Haselfichte

Die Haselfichte ist eine Wuchsform der Gemeinen Fichte (Picea abies), die in den Alpen, dem Bayrischen Wald und dem Böhmerwald vorkommt.

In Österreich wurde das Wissen um die Haselfichte als Klangholz 2011 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Verwendung als Klangholz
Das sehr feinmaserige Holz zeigt ein sehr gutes Resonanzverhalten und wird als Klangholz (Tonholz), bevorzugt im Musikinstrumentenbau, insbesondere zum Bau von Streichinstrumenten wie Geige und Viola, von Gitarren, Harfen, Klangbrettern und Alphörnern eingesetzt.

Ein berühmtes Vorkommen der Haselfichte liegt im Foresta dei violini (‚Geigenwald‘) in den Dolomiten, in dem der bedeutendste Geigenbauer, Antonio Stradivari, im 17. Jahrhundert die besten Stämme auswählte und ankaufte. Auch der Latemarwald in Südtirol ist für seine Haselfichten bekannt.

Lokale bekanntere Vorkommen gibt es auch im Bergwald über Ramingstein im Salzburger Lungau und verschiedenen Tälern Nordtirols, so im Pitztal und Außerfern. In Tirol wurde 2003 der Verein Forum Haselfichte gegründet, in dem sich Forstbeamten, Wissenschaftler, Instrumentenbauer, aber auch Bildhauer, Architektur und andere Interessierte darum bemühen, altes Wissen über die Haselfichte zu sammeln, Vorkommen zu erfassen, vor unbedachten Schlägerungen zu schützen und nachhaltig zu pflegen, und das Holz speziell für Interessierte aufzuarbeiten. Auf Betreiben dieses Vereins nahm die Österreichische UNESCO-Kommission im März 2011 die Tradition als Wissen um die Haselfichte als Klangholz in das Verzeichnis des nationalen immateriellen Kulturerbes in Österreich auf, in der Sparte Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur. Zweck dieser Ausweisung ist ein verbindlicher Schutz als lebendige Kulturtradition. Ausgewiesen wurde es bisher nur für Tirol.