"Exportschlager Geige" Artikel im GaPa-Tagblatt

"Exportschlager Geige"

Rainer W. Leonhardt gewinnt Preis des Freistaats (GaPa Tagblatt - 20.11.2012)

Mittenwald - Das Sinfonieorchester des Oman hat er ausgestattet, auch japanische Musiker spielen auf seinen Instrumenten. Rainer W. Leonhardt liefert in die ganze Welt. Gestern hat er den Exportpreis Bayern 2012 gewonnen - mit seinen Mittenwalder Geigen. Durchgesetzt hat sich der 49-Jährige, der seinen Betrieb am Mühlenweg schon in dritter Generation führt, nicht nur durch weltweiten Export. "Man muss sich unterscheiden von den anderen Handwerkern", weiß Leonhardt. Und das geht nicht mit dem Produkt Geige allein. Auf die Vermarktung kommt's an. Dabei setzt der Meister seines Fachs auf moderne Technik und neue Medien. Auf Facebook, Ebay und seiner Internetseite wirbt er für seine Handwerkskunst. Tradition trifft dort auf Moderne. Ein Mitarbeiter kümmert sich um die Homepage, pflegt und aktualisiert die Seite wöchentlich. Dort gibt es ein Geigenquiz, viele Bilder, und es wird das Instrument des Monats vorgestellt. Seine neuesten Werke und Zubehör präsentiert der Mittenwalder zudem in einem Newsletter. Und der geht raus an Kunden in der ganzen Welt.

Die Exportstrategie hat die Jury überzeugt. "Ich bin sehr stolz auf den Preis", sagt der frühere Vorsitzende des Museumsvereins. "Das ist nichts, was man einfach so mal gewinnt." Als Anerkennung erhielt Leonhardt eine Urkunde und eine Skulptur, die natürlich einen Platz in seinen Ausstellungsräumen bekommt, "als Aushängeschild". Geld gibt es für die Auszeichnung nicht, dafür kostenlose Werbung. Ein Kamerateam war in Mittenwald und hat den Geigenbauer bei seiner Arbeit begleitet. Mit dem Film wirbt die Bayerische Gesellschaft für Internationale Wirtschaftsbeziehungen, die den Preis auslobte und die beim Wirtschaftsministerium angesiedelt ist. Außerdem nahm die Filmcrew gleich noch ein Grußwort Leonhardts auf, das bei der Verleihung am Donnerstag in München gezeigt wurde. Selbst ist er nämlich nicht vor Ort, der Geigenbauer gönnt sich derzeit erstmal einen Urlaub. (Janine Tokarski)

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